Demenz

Demenz



Herausforderndes Verhalten bei Menschen mit Demenz

"Weg vom Geist" oder "ohne Geist" – so lautet die wörtliche Übersetzung des Begriffs "Demenz" aus dem Lateinischen. Damit ist bereits das wesentliche Merkmal von Demenzerkrankungen beschrieben, nämlich die Verschlechterung bis hin zum Verlust der geistigen Fähigkeiten.

Am Anfang der Krankheit sind häufig Kurzzeitgedächtnis und Merkfähigkeit gestört, im weiteren Verlauf verschwinden auch bereits eingeprägte Inhalte des Langzeitgedächtnisses. Die Betroffenen verlieren so mehr und mehr die während ihres Lebens erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Eine Demenz ist weitaus mehr als eine einfache "Gedächtnisstörung". Sie kann sich auch in einer zunehmenden Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit, der Sprache, des Auffassungs- und Denkvermögens sowie der Orientierung zeigen. Somit erschüttert eine Demenzerkrankung das ganze Sein des Menschen – seine Wahrnehmung, sein Verhalten und sein Erleben.

Quelle: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/online-ratgeber-demenz/krankheitsbild-und-verlauf.html

Was ist herausforderndes Verhalten?

Herausforderndes Verhalten sind problematische Verhaltensweisen die:

  • der Person, die sie aufweist und dem Setting (Umgebung, andere Personen usw.),
    in dem sie stattfinden, Schwierigkeiten bereiten
  • richtet sich gegen die eigene Person (Haut zerkratzen, Nahrungsverweigerung,
    nicht sprechen, in sich zurückziehen)
  • richtet sich gegen andere Menschen oder Objekte (zuschlagen, gegen Schrank treten)
  • kann bei Menschen mit Demenz von einer zur anderen Minute auftreten

Herausforderndes Verhalten wird unterschieden in:

  • aggressive Formen:
    schlagen, stoßen, spucken, schreien, sexuell belästigen, sich selbst verletzen

  • nichtaggressive Formen:
    ständiges Hinterhergehen, absichtlich stürzen, monotone sich ständig wiederholende Fragen
    oder Geräusche, Entblößen von Körperteilen

Welche Emotionen und Überzeugungen stehen hinter diesem Verhalten?

Verhalten:
fehlende Motivation, Antriebslosigkeit
(z. B. Nahrungsverweigerung)

Emotionen und Überzeugung:
Gefühl von Hilflosigkeit, Wertlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, geringes Selbstwertgefühl


Verhalten:
Reaktion auf das Gefühl von Bedrohung
(z. B. schlagen, schreien, weinen)

Emotionen und Überzeugung:
Angst: Person sieht Gefahr oder Bedrohung (auch durch Wahnvorstellungen)
Wut: Person fühlt sich in ihren Rechten beschnitten oder ungerecht behandelt


Verhalten:
Suche nach Informationen und Lösungen
(z. B. ständiges Fragen, Hinterherlaufen, monotones Hilfe rufe)

Emotionen und Überzeugung:
Neugier - Erkunden der Umgebung,
Probleme lösen - unangenehmen Situationen entgehen,
Versuch der Kontaktaufnahme mit der Umgebung


Verhalten:

Enthemmung

Emotionen und Überzeugung:
sexuelle Enthemmung, ständige vokale Enthemmungen -Schimpf- und Schmutzwörter,
unangemessene Äußerungen und Handlungen können aufgrund der Hirnveränderungen nicht gesteuert werden,
tun oder sagen, was man gerade denkt, Gefühle können nicht kontrolliert werden


Verhalten:
schlechte Anpassung an das Umfeld

Emotionen und Überzeugung:
Person ist unzufrieden mit der Umgebung, durch soziales Handeln oder Pflege- und Betreuungspraktiken
(z. B. Bevormundung, Verkindlichung)
Umgebungsfaktoren
( z.B. Wärme/Kälte, Licht, Geräuschpegel)

Was kann ich tun? Deeskalation der Situation

Quellen:

Ian Andrew James, Herausforderndes Verhalten bei Menschen mit Demenz. Einschätzen, verstehen und behandeln, Verlag Hans Huber, Bern: 2013, 1. Auflage, S. 25-45

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Wegweiser Demenz

 https://www.wegweiser-demenz.de/informationen/akutsituationen/herausforderndes-verhalten-und-demenz.html (20.03.2020)


Unterstützen Sie das
Senioren- und Pflegezentrum Brandenburg